Mein Tag - Tetraplegie - Leben mit körperlichen Einschränkungen

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Mein Tag

Über mich

Mein Tag ist in erster Linie von meinen Pflegedienst abhängig, was ich daraus mache von mir.
Durch meine starke Körperbehinderung bin ich auf fremde Hilfe angewiesen. Bei mir ist es ein Pflegedienst der mir hilft. Diesen brauche ich allein schon, weil ich eine eigene Wohnung habe und trotz alledem ein eigenes selbstbestimmtes Leben führen will. Die Hilfe des Pflegedienstes bezieht sich auf meine Körperpflege, Essenzubereitung, Transfer aus dem Bett in den Rollstuhl und umgekehrt. In den ersten Monaten hatte ich es psychisch sehr schwer, da ich vor meinem Unfall auf keinerlei Hilfe angewiesen war und in allen Dingen ziemlich selbstständig war und nun alles was zum täglichen Wohl gehört plötzlich in fremde Hände geben muss.
Wenn man dann einmal im Rollstuhl sitzt und der Pflegedienst wieder verschwunden ist, muss man sehen was man den ganzen Tag so macht. So ein Tag kann sehr lange dauern, wenn man keine sinnvolle Beschäftigung hat. Wie ich schon in meiner Homepage unter "Hobbys & Freizeit" erwähnt habe, hatte ich mir schon einen Computer angeschafft und ins Krankenhaus liefern lassen. Mit meinen Computer vertreibe ich mir viel die Zeit und Surfe viel im Internet. Meine Computerkenntnisse haben sich heute soweit verbessert, so dass ich bei einem Computerproblem keine fremde Hilfe mehr brauche und meine Hilfe anderen anbieten kann. Diese Homepage war für mich eine große Herausforderung gewesen, sie sollte so viel wie möglich Informationen enthalten, damit auch andere Betroffene und Interessenten davon profitieren können. Aber nur am Computer hängen war auch nichts auf Dauer für mich. Bei warmen Temperaturen zieht es mich nach draußen um mich mit anderen Betroffenen und auch mit nicht behinderten Menschen zu unterhalten. Das war bei mir in den ersten zwei Jahren nicht so leicht möglich. Da hatte ich einen normalen Zimmerrollstuhl mit dem ich mich aus Kraftmangel und fehlenden Handfunktionen nur in meiner Wohnung bewegen konnte. Ich habe auch einen großen elektrischen Rollstuhl, aber in dem musste ich mich jedes Mal umsetzen lassen, wenn ich mal raus wollte. Bei einem Pflegedienst, der zu festen Zeiten kommt, ist so ein spontanes umsetzen nicht immer möglich. Ich war zu dieser Zeit psychisch sehr angegriffen und hatte keine Lebensfreude mehr. Also entschloss ich mich nach dem ich mich kundig gemacht habe, meinen Zimmerrollstuhl mit einem E-Fix Elektroantrieb umbauen zu lassen. Ab jetzt war es mir endlich möglich alleine ohne Begleitperson meine Wohnung zu verlassen und mich allein mit Leuten zu unterhalten. Dadurch habe ich in den Jahren schon einige Leute kennen gelernt mit denen ich mich immer mal unterhalten kann. Ich muss für mich zugeben, dass der Kontakt zu nicht behinderten Menschen leichter fällt als zu körperhinderte Menschen. Viele körperbehinderte die ich kennen gelernt habe sind auf eine für mich unerklärliche Weise von sich sehr eingenommen und erzählen nicht gerne über sich und ihren Erfahrungen. Ich habe so manches mal den Eindruck gehabt, dass diese Menschen nur wollen, dass jeder Behinderte hinter einige Kniffe die das Behindertenleben leichter machen sollen, selber dahinter kommen soll. Ich finde so eine Einstellung nur egoistisch.

Ab den 1.Mai 2002 wohne ich in einer barrierefreien Wohnanlage die dem Landesverband für Körper und Mehrfachbehinderte gehört.
In diesem Haus ist alles barrierefrei mit einem großen Garten im Grundstück. Somit können wir Bewohner schnell mal was unternehmen. Das habe ich unter "Meine Wohnung“ genau beschrieben.

Nach langer Tüftelei, habe ich zahlreiche Hilfsmittel für mich erfunden und zum großen Teil von meinen Bruder bauen lassen. Dadurch bin ich wieder in der Lage mein früheres Hobby weiterleben zu lassen. Ich habe große Freude an Antiquitäten und alten Röhrenradios. Vor etwa zwei Jahren (2003) habe ich wieder angefangen kleine alte Holz- Antiquitäten zu restaurieren. Darunter ein altes Barometer, 3 Holzelefanten ein Thermometer und noch weitere kleine Sachen. Wegen meiner Behinderung muss ich mich auf kleine Gegenstände konzentrieren, weil ich diese wegen des Gewichts zum großen Teil selber handhaben kann. Jetzt repariere ich auch wieder Röhrenradios. Dazu ist mehr zu lesen unter "Hobbys & Freizeit".
 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü