Meine Erfindungen - Tetraplegie - Leben mit körperlichen Einschränkungen

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Meine Erfindungen

Über mich

Spielkartenhalter mit Greifgabel

Ich hatte mir schon im Krankenhaus Gedanken gemacht, wie ich trotz meiner Behinderung an Gesellschaftsspiele teilnehmen kann. Durch meine gelähmten Hände, bin ich nicht in der Lage, ein Kartenspiel zu halten. Kartenhalterungen gibt es schon länger auf dem Markt, aber nicht solche in denen z. B. ein ganzes Rommé- Blatt hinein passt. Ich entwickelte einen Kartenhalter mit drei Ebenen. Damit war ich in der Lage, die ganzen hineingesteckten Karten mit einem Blick zu überschauen und zu greifen. Mit einer Greifgabel aus Plastik, ist jeder Mensch ohne Handfunktion in der Lage die Spielkarten aus dem Kartenständer zu nehmen.

Dieser Spielkartenhalter ist für Menschen mit eingeschränkten Handfunktionen sei es durch Schlaganfall, Querschnittlähmung mit Tetraplegie oder für Menschen die nur einen Arm besitzen geeignet.
Magnetischer Würfelbecher

Auch auf ein schönes Würfelspiel wollte ich wegen meiner Behinderung nicht verzichten. Also entwickelte ich einen Würfelbecher, der auf dem Becherboden eine magnetische Grundplatte hat. Für meine Hand entwickelte ich ein Klettband, auf dem ein Dauermagnet aufgeleimt ist. Mit dieser Kombination kann ich nun den Würfelbecher greifen und damit spielen.

Dieser Würfelbecher ist für Personen mit verminderter oder nicht vorhandener Handfunktion
Elektronischer Würfel

Nach langer Übung mit dem Lötkolben und meinen selbstgebauten Hilfsmitteln, habe ich mich neben anderen vorangegangenen Bauprojekten entschlossen einen LED -- Würfel zu bauen. Damit kann ich in der Kneipe auch mal eine Runde Knobeln. Weil ich wegen meiner Tetraplegie auch die Finger nicht bewegen kann, kam mir die Idee hierfür. Der Würfel sollte dabei nicht größer wie eine Zigarettenschachtel sein. Einen Würfel kann man mit dem Schiebeschalter abschalten, damit man um die Augenzahl würfeln, oder andere Spiele damit machen kann. Vom Entwurf am PC bis zur Fertigstellung sind 1 ½ Wochen vergangen.

So ein Nachbau ist nicht so einfach für Tetraplegiker. Geduld, Ausdauer und viel üben sind notwendig! Bohren, Schleifen, Sägen, Feilen, Lackieren, Schrauben, Fräßen u.v.m. muss lange geübt werden und dauert einige Monate bis Jahre zum Erfolg. Verletzungen, wie Verbrennungen, Schnittwunden, Verätzungen der Haut sind am Anfang schnell möglich. Ich mache so was schon seit 8 Jahren mit meinem Zustand. Heute 2009 baue ich meine Projekte vom Anfang bis zum Ende ohne fremde Hilfe selbst.
Das Problem mit dem Essbesteck

Vielleicht kennt jeder von Ihnen das Problem, wie es so mit den verordneten Hilfsmitteln ist. Mit diesen Hilfsmitteln kommt man einigermaßen in den eigenen vier Wänden zurecht, aber wie sieht es aus, wenn man z. B. in der Gastronomie mit solchen Hilfsmitteln sein Essen zu sich nimmt. Man kann sich unter Umständen vor Blicken der Gäste nicht retten und wenn damit etwas schief geht, hat man die ganze Aufmerksamkeit auf seiner Seite.
Deshalb machte ich mir Gedanken, wie ich durch mein Handicap in dieser Gesellschaft nicht so auffalle. Nach langen Überlegungen und Ausprobieren, habe ich einen Weg gefunden das Besteck in meinem Stützhandschuh, den ich wegen meines nicht funktionierenden Handhebers jeden Tag brauche, hineinzustecken. Dadurch ist ein bequemeres Essen möglich und man kann jedes Besteck, auch dass Besteck der jeweiligen Gaststätte benutzen.
Wie ich meinen Computer bediene

Die Tastatur meines Computers, kann ich wegen meinen gelähmten Händen nicht bedienen. Die Ergotherapie fertigte mir eine entsprechende Tipphilfe an. Schnell erkannte ich die Grenzen dieses Hilfsmittels. Bei schnellen Arbeiten mit dem Computer, ist diese Tipphilfe öfters verrutscht oder abgefallen. Also machte ich mir Gedanken und erfand ein ganz einfaches sicheres Hilfsmittel. Dazu brauchte ich nur einen neuen unangespitzten Bleistift und etwas Rollenpflaster.

Schlüsselhilfe

Ich machte mir Gedanken, wie ich trotz meiner Behinderung meine Wohnungstür aufschließen kann. Es wäre eine Leichtigkeit gewesen die Tür elektrisch umbauen zu lassen. Aber jedes elektrisch betriebene Hilfsmittel, kann Störungen haben und dann stehe ich vielleicht vor einer verschlossenen Tür. Also erfand ich diesen Zusatz für einen Türschlüssel. Diese Idee setzte ich mit Hilfe meines Bruders in die Realität um. Nach ein wenig Übung gelang es mir schließlich die Wohnungstür zu öffnen.
Zigarettenhalter

Wer kennt als Tetraplegiker nicht das Problem mit der Zigarette, wenn die Finger überhaupt nicht funktionieren. Auf alles muss man doch nicht verzichten, dachte ich mir. Mit dem halten einer Zigarette, gibt es bei mir Probleme. Zuerst habe ich es versucht die Zigarette zwischen die Finger einzuklemmen. Das klappte ziemlich gut, aber während dem erzählen dachte ich nicht mehr an die
Zigarette. Diese brannte runter und verbrannte mir die Finger. Nach langen Überlegungen fand ich eine Lösung. Ich nahm mir eine Wäscheklammer und steckte mir diese in den Handschuh. Danach steckte ich mir eine Zigarette durch und lies mir Feuer geben. Es funktionierte einwandfrei und ich benutze diese Variante bis heute. Jetzt ist die Klammer aus Holz, dass sieht edler aus.
Zigarettenanzünder für zu Hause

Nun hatte ich das Problem, dass ich immer wenn ich rauchen wollte, jedes Mal jemanden zum anzünden bitten zu musste. Da nun ich aber meistens am Tag allein bin und niemanden fragen kann, musste ich immer warten. Zuerst versuchte ich mir selbst Feuer zu geben, indem ich mir meinen E- Herd anmachte. Das ging eine Weile gut, bis ich mir eines Tages die Finger verbrannte. Nun überlegte ich lange um
endlich eine Lösung zu finden. Danach kamen mir meine Technikkenntnisse zu gute. Ich entwickelte ein Tischfeuerzeug mit einem Hebel zum herunterdrücken. Das Feuerzeug baute dann mein Bruder unter meiner Anleitung. Es funktioniert bis heute fehlerfrei.
Zigarettenanzünder für unterwegs

Nachdem ich mit meinem Zigarettenanzünder gut zurecht kam, dachte ich schon wieder an einen neuen und zwar einen für unterwegs. Nicht immer ist jemand da, der einen Feuer geben kann und wenn, ist es schon ziemlich nervig immer jemanden zu bitten. Also überlegte ich wieder und es kam mir ziemlich schnell eine Lösung in den Kopf. Dieses Modell zeichnete ich mir mit meinem

Grafikprogramm im Maßstab 1:1 auf. Das Ergebnis war ziemlich gut und schien auch zu funktionieren. Nachdem mein Bruder mir dieses Feuerzeug baute, entstand ein Feuerzeug mit zwei Schlaufen. In die eine Schlaufe stecke ich den Finger der linken Hand zum festhalten durch. Die andere Schlaufe dient als Zugschlaufe, die an einem Hebel angebracht ist. Dieser bewegliche Hebel, drückt einen Metallstift auf den Auslöser des Feuerzeugs. Mit diesem Gerät bin ich nun unabhängig und muss niemanden mehr bitten.
Handy am Rollstuhl

Wenn man im Rollstuhl unterwegs ist, kann es schnell mal passieren, dass man Hilfe oder anderes braucht. Schnell bleibt ein Rollstuhl wegen eines Defekts mal stehen. Was tun? Anrufen, aber wenn man ein Handy überhaupt nicht halten kann. Mir fiel eine Handyhalterung für einen PKW ein. Ich ging in einen Handyladen mit meinen neuen Handy und kaufte mir eine Halterung, wo das Handy zusammen mit der Handyhülle hineinpasste. Das Handy hat eine Freisprecheinrichtung, wo man laut mithören kann. Diese Halterung lies ich mir auf den Radschutz am Rollstuhl anbauen.
Nach etwas Übung, kam ich mit dem neuen Handy gut klar und musste es schon einige Male benutzen.
Selbst Fotografieren? Auch das geht!

Schnell möchte man einen Schnappschuss machen oder mal bei ebay was verkaufen usw. Um solche Fotos musste ich immer jemanden bitten. Nun war Schluss damit, dachte ich. Immer musste ich den anderen in mein vorhaben einweihen, oder die Bilder waren nicht so nach meinen Vorstellungen. Ich sah mir meine Digicam an und stellte fest, dass ich damit nicht klar komme. Da dachte ich an mein Feuerzeug mit Halteschlaufe. So eine Schlaufe lies ich mir an diese Kamera anbringen. Nun konnte ich diese sehr gut halten. Nur konnte ich den Auslöser nicht betätigen, er war zu flach. Also lies ich mir einen erhöhten Knopf aufkleben. Nun ging’s endlich. Das Auslösen der Kamera erfolgt in meinem Fall mit dem Selbstauslöser.
Also lies ich mir einen erhöhten Knopf aufkleben. Nun ging’s endlich. Das Auslösen der Kamera erfolgt in meinem Fall mit dem Selbstauslöser. Man muss die Kamera aber sehr ruhig halten, dass erfordert eine weile Übung. Um die Bilder in den PC zu bekommen, habe ich mir eine Kamera mit einer Dockingstation gekauft, da muss man kein Kabel in den Apparat stecken und der Akku wird automatisch mitgeladen. Inzwischen habe ich eine neue Kamera mit optischen Zoom. Dazu ist keine Dockingstation. Durch meine ständige Übung durch meine Hobbys, kann ich die Akkus wechseln und das Kabel selbst reinstecken. Den Knopf kann ich auch gut bedienen. Die Kamera hier auf dem Foto ist noch meine erste mit der Dockingstation.
Staubwedel

Staub wischen muss auch sein. Dazu habe ich mir einen herkömmlichen Staubwedel umgebaut. Einfach einen flachen Stiel am Staubwedel unten angebracht. Diesen stecke ich mir in den Handschuh und los geht's, dass wird bestimmt eher die Frauen interessieren.
Schneiden mit einer normalen Schere

Dazu habe ich mir eine normale aber gute Schere nach meinen Vorstellungen behindertengerecht umbauen lassen. So kann ich mit dem angebauten Mundstab alles was ich will ausschneiden.
Trinken im Bett? Auch das geht!

Das Problem haben viele Tetraplegiker. Gerade in der Nacht wo meist niemand zu Hilfe da ist. Anfangs hatte ich immer vor dem Schlafengehen einen großen hieb getrunken. Aber die Luft im Raum kann sehr trocken sein, oder im Sommer sehr warm. Soviel kann man vorher gar nicht trinken, oder? Ich dachte an mein gutes altes Rennrad mit dem ich bis zum Unfall gefahren bin. An dem war eine Flaschenhalterung. So eine lies ich mir an mein Bettgitter anbauen. Hinein kam einen passende Flasche. In der Flasche habe ich einen Schlauch von einem neuen Bettbeutel für Urin gesteckt. Dieser hat ein Anschlussstück, was ich gut als Mundstück benutzen konnte. Mit einem Klettband um mein Handgelenk, kann ich den Schlauch                 
gut halten. Es funktioniert bis heute einwandfrei. Ich bevorzuge Tee, der ist gesund und hat keinen Nachgeschmack, so dass man immer mehr trinken müsste um den Geschmack wieder loszuwerden.

Zum Hinweis: Diese Hilfsmittel sind von mir patentrechtlich geschützt worden!
 
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