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Hier möchte ich  ein  weiteres   Hobby  von   mir vorstellen. Uhren haben mich schon als Kind fasziniert und ich habe mich schon Zeitig an die Uhrwerke herangewagt. Hin und wieder habe ich bis zu meinem Unfall Uhren repariert. Danach dachte ich nicht, dass ich mit meinen gelähmten Fingern solche komplizierten Sachen wieder machen kann. Vorab möchte ich darauf hinweisen, dass diese                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      
Arbeiten für einen Tetraplegiker ohne Handfunktionen nicht einfach sind. Ich habe mir das über einige Jahre durch ständige Übungen selber angeeignet und eigens Hilfsmittel dafür gebaut. Gerade bei einer Restaurierung werden Kenntnisse für mehrere Materialien und Technik benötigt. Zudem kommen noch viel Geduld und Ausdauer dazu, denn oft muss ein Handgriff wiederholt werden, weil die Schrauben oder andere Teile runterfallen. Dies gilt auch für nichtbehinderte Menschen, denn schnell geht durch unsachgemäßer, oder grober Behandlung ein Bauteil kaputt und das Uhrwerk ist Schrott.
 
Ich habe hier nicht alle Tätigkeiten in Bild und Text dargestellt, weil es sonst zu viel geworden wäre. Umgang mit Pinsel und Farbe, schleifen, bohren, löten zum Beispiel habe ich ausgelassen. Bei Interesse werde ich es dem einem oder anderen genau Erläutern.

Im Jahr 2007 kam eine Hausbewohnerin zu mir und wollte mir  zu meinem Geburtstag gratulieren. Da sah sie meinen Regulator an der Wand. Diesen hatte ich aber nicht repariert, sondern im funktionstüchtigen Zustand im Jahr 2001 gekauft. Sie erzählte mir, dass sie eine Kaminuhr hat, die sie von ihrem Stiefvater hat. Diese Uhr hatte bei ihr noch nie funktioniert. Da bat ich sie mir die Uhr mal vorbeizubringen. An der Uhr konnte ich gleich üben. Mit meinen Hilfsmitteln z.B. Schraubendreher, den ich schon für meine Radios umgebaut hatte, habe ich die Uhr zerlegt. Die Uhr war vollkommen verstaubt, dass Ziffernblatt war zerkratzt und die Pendelfeder war gerissen. Alle diese Sachen habe ich mit ziemlich körperlichem Aufwand wieder hinbekommen. Zu guter Letzt habe ich noch das Gehäuse wieder hergerichtet. Als ich die Uhr wieder zurück brachte war die Freude groß.

So sind im laufe der Zeit einige Uhren dazugekommen die ich für mich, Verwandte und Bekannte restauriert habe.
 
Hier im Beispiel möchte ich zeigen wie ich eine Kaminuhr von Junghans wieder restauriert habe. Diese Uhr war ziemlich beschädigt, innen wie außen, auch das Ziffernblatt war kaputt. Das Uhrwerk war vollkommen verdreckt und durch Öl verklebt. Zuerst habe ich mir das Gehäuse vorgenommen. Hier war neben etlichen Schrammen auch das Zierteil oben war zerbrochen. Das Zierteil musste ich erst einmal von alten Leimresten befreien, da es schon einmal unprofessionell geklebt war. Zum schleifen und nachbearbeiten habe ich meinen Dremel mit einem Minifräser genommen. Den Dremel kann ich mit beiden Händen gut halten. Nach den ich das Zierteil zusammen hatte, musste ich die fehlende Lücke mit farbigen Holzkitt (Eiche dunkel) auffüllen und nachträglich bearbeiten. Zum Schluss habe ich es noch dunkel gebeizt und nach dem trocknen mit Antikwachs behandelt.
                   
Nun war das Gehäuse dran. Hierzu habe ich die Uhr komplett auseinander genommen.
                   
Das Gehäuse hatte tiefe Schrammen, Kratzer und die Füße waren mit runden Holzscheiben ersetzt wurden. Diese habe ich entfernt und weggeschmissen.
                   
Das Gehäuse habe ich komplett abgeschliffen. Dazu nehme ich einen Schleifschwamm. Diesen kann ich mir gut in die Hand klemmen. Danach habe ich die tiefen Schrammen mit farbigem Holzkitt (Eiche dunkel) zugespachtelt. Nach dem fest werden, habe ich alles schön glatt geschliffen. Nun war das Gehäuse wieder gleichmäßig Glatt auf der Oberfläche.
Jetzt waren die Füße an der Reihe. Hierfür habe ich mich für Holzhalbkugeln mit dem richtigen Durchmesser entschieden. Nachdem die Füße festgeklebt waren bekam das Gehäuse eine mehrfache Schicht mit dunkler Holzbeize. Zwischen den anstrichen und trocknen, habe ich das Holz mit sehr feinkörnigen Schleifpapier geschliffen. Ich habe mir die Beize so gemischt, bis ich den Farbton so hatte, wie er bei diesen Uhren üblich ist.
Zum Schluss habe ich das Gehäuse mit Antikwachs behandelt. Das Antikwachs musste nach dem Trocknen ausgebürstet werden. Dafür habe ich eine Schuhbürste mit runden Griff benutzt. Durch diesen kann ich gut meine Finger stecken und die Bürste somit festhalten. Nun war das Ziffernblatt an der Reihe. Dieses war zerkratzt und einige Zahlen wurden mit schwarzer Farbe nachgezeichnet. Ich hatte mich dazu entschlossen, dass Ziffernblatt neu zu machen.
Hierfür habe ich das Ziffernblatt eingescannt und mit meinem Grafikprogramm deckungsgleich wieder rekonstruiert. Danach habe ich es auf metallbeschichteten Karton per Laserdrucker ausgedruckt und anschließend mit mattem farblosem Acryllack versiegelt.
Dieses neue Ziffernblatt kam vor dem alten Ziffernblatt wieder in die Halterung hinein. Nun musste ich noch die Aufzugslöcher und das Zeigerloch ausfeilen. Im nächsten Schritt musste ich das Uhrenglas herausnehmen, in dem ich den Sprengring löste. Das erfordert Ruhe und Geduld, weil sonst das Glas platzt. Dies gilt auch für den wiedereinbau des Glases.
Das Glas musste ich nur herausnehmen weil der Türgriff verschwunden war. Der Türgriff muss eingelötet werden und die Lötstelle sitzt verdeckt hinter dem Sprengring des Glases. Nun musste ich aus einem Stück Messing einen neuen passgenauen Griff herstellen Zum Glück fand ich ein passendes Stück Messingblech was ich noch mit der Schlüsselfeile zurechtfeilen musste. Die Griffstücke der Feilen kann ich gut in meinen Handschuh stecken und somit die Feile halten.
Danach habe ich den Griff noch gebogen. Nun war er fertig und konnte festgelötet werden.
                   
                   
Danach kam das Uhrenglas wieder rein und ich konnte das fertige Ziffernblatt mit Tür wieder in das Gehäuse einbauen.
Jetzt konnte ich mich dem Uhrwerk widmen.
                   
Dieses war sehr verschmutzt und verharzt. Eine Komplettreinigung war hier angebracht. Also nahm ich es auseinander. Die beiden Aufzugsfedern mussten dazu vorher entladen werden, sonst würde beim aufschrauben das ganze Uhrwerk auseinanderfliegen und Verletzungen an den Händen entstehen. Also baute ich zuerst den Anker aus, sodass das Uhrwerk ungebremst ablaufen konnte. Zugleich blockierte ich die Hebel des Läutwerkes, damit auch dieses ungebremst ablaufen konnte. Nach einer Stunde etwa, waren beide Systeme abgelaufen und die Aufzugsfedern entspannt.
                   
Nun konnte ich die Muttern die die Platinen zusammenhalten mit meinem Steckschlüssel mit Knauf aufdrehen. Vorsichtig habe ich alle Zahnräder und Hebel entfernt. Diese ganzen Teile, bis auf die beiden Aufzugstrommeln und der Pendelfeder, habe ich in eine Schüssel gegeben.
                   
Zuvor habe ich in die Schüssel Ger Mar – Tec (Spezialreiniger für mechanische Uhren) und destilliertes Wasser im Verhältnis 1:10 eingefüllt. Wären die Teile noch schmutziger gewesen, dann hätte ich mein Ultraschallbad benutzt. Es dauerte nicht lange und die Lösung war schwarz. Nach dem alle Schmutzpartikel entfernt waren, habe ich alle Teile abgespült und trocknen lassen.
                   
Die beiden Platinen und die Aufzugstrommeln habe ich mit dem Pinsel und der Lösung gereinigt. Wichtig ist nur, dass auf keinem Fall an die Federn und der Pendelfeder die Lösung herankommt. Die Federn werden dadurch brüchig und unbrauchbar! Nachdem alles getrocknet war, habe ich die Aufzugsfedern in den Trommeln etwas geölt. Dies ist wichtig, weil die Feder beim ablaufen der Uhr in der Trommel etwas verklemmen kann und sich mit einem lauten Rums plötzlich entspannt. Dies ist für die Feder nicht gut und zugleich kann die Uhr plötzlich nachgehen. Ebenso wirkt bei einer plötzlichen Entspannung der Feder eine ruckartige Last auf dem Zahnreif der Trommel und es können einige Zähne herausbrechen. Das gleiche passiert auch, wenn die Aufzugsfeder beim aufziehen plötzlich platzt. Nun habe ich das Uhrwerk Stück für Stück wieder zusammengebaut. Gerade wenn man die Hände nicht bewegen kann, muss die Geduld und Ausdauer überwiegen. Zum einsetzen der kleinen Zahnräder benutzte ich eine Rundzange die ich mit beiden Händen bedienen muss. Nach dem alles wieder an Ort und Stelle war, musste ich noch ein paar Justierungen vornehmen, damit der Gong im richtigen Verhältnis zur angezeigten Zeit übereinstimmt. Nun habe ich das fertige Uhrwerk noch geölt. Nur die Lager müssen geölt werden! Würde man auch noch die Zahnräder ölen, dann setzt sich der Staub daran fest und geht nicht wieder ab. Dann verharzt das Öl irgendwann und das Uhrwerk muss wieder zum reinigen auseinander genommen werden. In die Lager kommt nur so viel Öl hinein wie nötig. Zu viel Öl würde komplett herauslaufen und das Lager trocken legen. Nach dem Aufziehen hat das Uhrwerk gleich funktioniert und erfreute mich.
                   
Nun war das Pendel dran. Es wurde schon mal gelötet, aber eben nicht gerade optisch schön. Die Aufhängung muss früher mal abgebrochen sein und wurde deshalb gelötet. Ich habe alles wieder abgelötet, gereinigt und nachgefeilt. Danach wieder angelötet und zur besseren Optik nachgefeilt. Die Messingscheibe habe ich auch noch mit Stahlwolle polieren müssen und die Rückseite des Pendels neu lackiert.
                   
Jetzt war das Läutwerk mit den Klangstäben an der Reihe. Die Gestänge an denen die Hämmerchen sind waren verbogen, ebenso die Zugstäbe. Alles habe ich wieder gerade ausgerichtet.
                   
Jetzt konnte ich endlich die Uhr wieder zusammenbauen. Das hat mir noch einige Zeit gekostet, da ich nicht so leicht an bestimmte Stellen wegen meiner Hände herankam. Nachdem alles eingebaut war, konnte ich den Gong richtig einstellen, damit beide Töne harmonieren. Hierzu wird der Abstand der Hämmer zu dem jeweiligen Tonstab so verändert, bis der Ton perfekt ist und auch nicht scheppert.

Nun konnte ich die Zeiger mit schwarzem Zeigerlack neu lackieren und wieder anbringen. Zuletzt habe ich die Tür wieder angebracht. Die Uhr habe ich noch ein paar Tage beobachtet und das Pendel justiert, bis diese genau ging.
 
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