Grundig 97 - Meine Bastelseite

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Grundig 97


Dieses Grundig 97 Radio habe ich im Jahr 2015 aufwändig restauriert, dabei ist mir nichts erspart geblieben. So sah das Radio vorher aus.
Hier habe ich das Radio bereits auseinandergebaut. Das Chassis habe ich so gut es ging gereinigt. Es war mit einem schmierigen schwarzen Film überzogen. Das Foto mit diesem verdreckten Zustand habe ich vergessen zu machen, aber da wusste ich noch nicht ob ich das Radio mal restaurieren werde.
 
Ein Kenner sieht auch die beiden Kondensatoren auf dem NF- Übertrager die nicht original sind. Bei der Ferritantenne waren auch drei Drähte abgerissen.
 
Der goldene Lack war an einigen Stellen verschlissen und hatte sogar Roststellen. Das sieht man auf den nachfolgenden Fotos besser.
Hier habe ich die Glasskala mal abgeschraubt um mal nachzusehen wie es dahinter aussieht. Rechts sieht man die Tasten. Fast jede Taste hatte Risse.
Wenn ich auf UKW umgeschaltet habe drehte sich gar nichts. Der Drehkondensator in der UKW- Box war fest und hatte sich schon von der Befestigung gelockert und das Skalenseil fing an sich aufzutrotteln.
Der Lautstärke und der Klangregler konnte ich kaum drehen so fest waren diese beiden.
Es funktionierte nichts, nur die Röhren glühten. Nach dem Durchmessen stellte ich fest das alle Papierkondensatoren ihre Werte nach oben verändert haben und ein Kondensator davon taub war. Ebenfalls waren unter der EL84 (NF-  Verstärker Endpentode) der Elko 2µF (C58) und der Elko 5µF (C54) vom Radiodetektor taub. Der Trockengleichrichter (B250 C75) lieferte nicht mehr genug Gleichspannung. Der 5nF Durchführungs- Kondensator der UKW Box war auch zerbrochen.

Weil das Radio in so einem schlechten Zustand war, habe ich mich dazu entschlossen es zu Restaurieren.
Hier auf den Fotos habe ich alle abschraubbaren Komponenten abgelötet und abgebaut. Hier sieht man deutlich die schmierige Verschmutzung wie das ganze Chassis vor meiner ersten Reinigung aussah.  
Hier montiere ich die kaputten Tasten ab. Weil ich nicht zufassen kann, habe ich mir was einfallen lassen. Da habe ich einfach ein Holzbrettchen auf das Chassis gelegt und die Rundzange unter die jeweilige Taste geklemmt. Dann habe ich mit einem Lötkolben die jeweilige Tastenstange erhitzt und durch das Eigengewicht der Zange zog es die Taste von der Stange ab.
Hier habe ich das Chassis nach einer gründlichen Reinigung abgeklebt und alle Dinge die ich nicht abmontieren konnte umwickelt. Auch die beiden Filter habe ich umwickelt. Unten die Füße der Filter konnte ich nicht abkleben, weil dort hauchdünne Drähte sind. Diese würden nach dem Ablösen des Klebebandes abreißen. Diesen offenen Bereich habe ich mit einem kleinen Pinsel gründlich mit Vaseline eingepinselt. Für das Abkleben habe ich 3 Tage gebraucht.
Hier sieht man das fertig lackierte Chassis. Zum lackieren habe ich Felgengold verwendet. Diesen Lack habe ich 2x aufgetragen. Nach dem trocknen habe ich 2 Schichten matten Klarlack aufgetragen. Die Vaseline war auch vergoldet worden. Diese konnte ich nun vollständig mit einem Pinsel wieder abtragen. Alles was dahinter ist hat die Vaseline geschützt.
Hier mache ich den Abstimmkondensator in der UKW- Box wieder gangbar. Da habe ich die lötspitze ca. 5 Minuten auf die Achse gehalten. Die Verharzung des alten Öles ist durch die Hitze flüssig geworden und ich konnte das Rad wieder drehen. Unter ständigen hin und her drehen, habe ich von hinten auf die Achse bei den Zahnrädern Waschbenzin darauf geträufelt. Das habe ich so lange gemacht bis sich der Drehkondensator Widerstandslos drehen ließ. Danach habe ich den Drehkondensator etwas geölt und wieder festgelötet. Den zerbrochenen 5nF Durchführungskondensator habe ich gegen einen Neuen ausgetaucht.
Hier sieht man den Transformator. Die angebauten Metalteile der Halterung, sowie das Plattenpaket waren angerostet. Die Halterung habe ich abgebaut und mit einer Messingbürste gründlich gereinigt. Danach habe ich diese mit Stahlwolle gründlich poliert. Das Plattenpaket habe ich mit schwarzer matter Farbe neu lackiert und alles wieder zusammengebaut.
Hier sieht man den defekten Gleichrichter. Der wurde mit parallel angelöteten Gleichrichterdioden überbrückt. Den habe ich komplett auseinandergenommen und habe innen die 4 Gleichrichterdioden eingelötet. Nach dem Zusammenbau sah und funktionierte er wie neu.
Hier habe ich das ausgebaute Potentiometer für die Lautstärke und dem Klang. Das habe ich ebenfalls mit Hitze wieder gangbar gemacht. Anschließend habe ich es wie hier auf dem Foto über Nacht in einem vollen Behälter Waschbenzin gestellt und abgedeckt damit das Benzin nicht verfliegt. Am nächsten Tag war das Waschbenzin braun und das Potentiometer ließ sich widerstandslos drehen. Natürlich hatte ich das Potentiometer vor dem Einbau durchgemessen ob es noch funktioniert. Mit den heutigen Potentiometern würde ich das nicht machen, weil sich das Material des Wiederstandes auflösen könnte.
Nun ging es an den Zusammenbau. Alle Anbauteile hatte ich gründlich gereinigt. Der Drehkondensator für Lang, Mittel und Kurzwelle war auch schwergängig zu drehen. Diesen habe ich ebenfalls mit Waschbenzin gründlich gereinigt.  
Nun waren ja alle Papierkondensatoren defekt. Das Papier war auch brüchig geworden. Normalerweise erhalte ich die Kondensatorhülsen und mache neue Kondensatoren in die alten Hüllen hinein. Hier war mir das nicht möglich, weil das Papier zerbröselt. Also habe ich die Kondensatorhülsen neu gebaut. Am PC habe ich für jede originale Größe der Kondensatoren die Banderolen nachgezeichnet. Ich habe die Farbe heller gemacht. Die originalen Banderolen waren vergilbt. Bei einem Kondensator konnte ich an einer kleinen Ecke sehen wie die Farbe mal ursprünglich aussah.
Hier habe ich die Bilder der neuen Kondensatoren. Als Papier habe ich selbstklebendes mattes Fotopapier genommen. Die Röhrchen sind verschiedenstarke Trinkhalme und die großen Hülsen sind aus Plastikrohr.
Die neuen kleinen Kondensatoren habe ich in die Hülsen eingeführt und die Enden mit Papier oder zugeschnittene Schwämme verschlossen. Dann habe ich diese in eine Vorrichtung gestellt und mit elfenbeinfarbenem Acryl vergossen.
Hier habe ich alle Kondensatoren wieder an ihrem originalen Platz eingelötet und genauso angeordnet wie vorher. Ich hatte mir vorher ein Foto von dem Chassis gemacht und habe mich genau daran orientiert. Auch das Potentiometer ist wieder an seinem Platz. Die anderen zu tauschenden Bauteile hatte ich im gleichen Originalzustand da gehabt.
Hier sieht man die Drehknöpfe. Diese habe ich im Ultraschallbad mit Kunststoffreiniger 10 Minuten gereinigt. Anschließend habe ich die Messingteile mit Stahlwolle aufpoliert.

Danach habe ich die beiden neuen Skalenseile angebracht. Diese Arbeit hat mich fast überfordert. Da hat schon jemand mit gesunden Händen Probleme.
Hier sieht man die Tastatur. Die originalen Tasten waren nicht mehr gut wegen den Rissen. Ich wollte diese auch nicht überlackieren. Da habe ich mir ein Nachfolgermodell von Grundig gekauft. Es ist das Modell 2140 mit Holzgehäuse. Das Radio habe ich billig erworben, weil unter anderen auch das Holzgehäuse kaputt war. Da habe ich die Tasten auf die gleiche Weise abmontiert, gereinigt und an meinem Grundig 97 angebracht. Danach musste ich alle Tasten auf die gleiche Höhe bringen.
Hier sieht man das fertige Chassis von allen Seiten. Die Kappen der beiden Filter und die Abdeckung der UKW Box habe ich neu mit Alulack besprüht. Selbst die Beschriftung an diesen Kappen habe ich wieder angebracht. Da habe ich Buchstaben zum aufrubbeln genommen und anschließend mit mattem Klarlack überlackiert. Dieses habe ich im Übrigen bei allen Bauteilen gemacht eine Aufschrift hatten, auch beim Chassis.
 
Auch die beiden Anschlussdrähte mit den Spiralen zum Lautsprecher habe ich neu hergestellt. Bei den originalen Drähten waren jeweils die Spiralen auseinandergezogen und ich konnte diese nicht wieder zusammenbringen.
 
Nun war das Chassis fertig und ich habe es ausprobiert. Es hat auf Anhieb funktioniert, aber nach einer Weile ging das UKW weg und kam wieder in unbestimmten Abständen. Ich habe alles getan was man tun kann. Es waren keine messbaren Fehler da. Alle Bauteile waren in Ordnung, auch die Röhren und die Tastaturschalter. Es war zum verzweifeln. Nach der vielen Arbeit war ich total kaputt und zum Schluss genervt. Ich habe das Radio zu Seite gestellt und mal was anderes gemacht.
 
Eines Tages habe ich das Radio mir wieder vor genommen und alles ausprobiert was ich mir inzwischen zusammenüberlegt hatte. Es hat sich nichts geändert. Als es dunkel war, habe ich das Radio eingeschaltet und unter der ECH81 glimmte es zwischen den Stiften. Das war nicht immer. Wenn das Glimmen weg war funktionierte alles, war es da ging der Empfang weg.
Hier sieht man neben den Filtern die ECH81. Die Fassung war nicht mehr zu retten. Es hat sich oben und zwischen den Laken Zunder oder wie man das nennt gebildet. Ich habe erst oben zwischen den beiden Kontakten die schwarze Schicht weggekratzt und mit Sekundenlein aufgefüllt. Es brachte nichts, es glimmt ab und zu zwischen den Laken weiter. Es sind die beiden Kontakte zur Anode und Heizung der Röhre. Ich musste die ganze Fassung auslöten und die Befestigungsnieten aufbohren. Die neue Fassung habe ich wieder mit neuen Nieten angebracht und alles wieder daran gelötet. Das hat ganz schön Arbeit gemacht.
Danach funktionierte das Radio.
Hier ist das Radio fertig. Den Lautsprecherstoff musste ich reinigen. Da waren Flecke drauf wie man am ersten Bild ganz oben sieht. Dabei musste ich ganz vorsichtig sein. Diese Radios haben fast alle die gleiche Krankheit. Der Lautsprecherstoff trottelt über der Skalenscheibe bei dem Grundig- Schriftzug auf. Zum reinigen habe ich Vanish Oxi Fleckenentferner genommen. Das habe ich verdünnt und nur ganz vorsichtig mit etlichen Wattestäbchen den Stoff gereinigt. Bei sowas muss man ganz vorsichtig sein, weil die dünnen Fäden schnell zerreißen können und der Stoff noch mehr auftrottelt.
Das Gehäuse habe ich mit Kunststoffreiniger gereinigt und anschließend mit Autopolitur aufpoliert.

Mach 4 Wochen war ich fertig.
 
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